Da wird einem Angst und Bange

Dass Krankenhäuser nichts schönes sind, das weis ja Jeder von uns. Aber was man da erlebt, das kann Bücher füllen. Nein, es geht nicht um ich, sondern um meinen Schwiegervater. Der gute Mann ist erst wieder kurz zurück aus der Parkinson-Klinik Wolfach und konnte paar Tage später nicht mehr aufstehen, ging nur noch unter Schreien von Schmerzen. Hausarzt angerufen, bekam er Schmerzmittel. Aber der Zustand besserte sich leider nicht und so wurde mit dem Hausarzt entschieden, daß er hier ins Krankenhaus müsste, damit beobachtet wird, wo das her kommt, war von MRT die Rede und damit vor allem geeignete Medikamente gefunden werden, die dem Mann es erträglicher machen.
Der Hausarzt bestellte den Krankentransport, sollten 14 Uhr 30 bis 15 Uhr da sein. Wer nun Parkinson-Demenz-Kranke Menschen kennt, wissen wir unruhig die werden, sobald 5 Minuten über die Zeit was vergeht. 15 Uhr 30 rief ich dann bei der Leitstelle an und fragte, wann die ca. kommen würden. Klar, ich verstehe ja, Notfälle gehen vor, aber sowas macht so einen kranken Menschen irre, der dreht am Rad, wenn die Zeiten nicht eingehalten werden. Die waren dort sehr nett und nach einer kurzen Zeit konnte man auf die Reise gehen.
Schwiegermutter, als seine pflegende Person, fuhr dann hinterher.

Im Krankenhaus fing es dann auch gleich an, da wurde Ihr vom Arzt in der Notaufnahme .gesagt: „Ich gebe Ihnen Medikamente mit und den MRT-Besuch können Sie auch von Zuhause aus mit Ihrem Mann machen.“ Uiiii toll, wurde der Mann nicht etwa eingeliefert, weil die Medikamente, die dieselben waren, als er schon einnahm und nicht wirkten? Nach Hin- und Her wurde er dann doch stationär aufgenommen.

Soweit, so gut. Es wurde alles aufgeschrieben, resp. in den PV dort geklimpert, daß der Mann nicht mehr in der Lage ist, sein Essen selber zu schneiden, muss also Mundgerecht hingestellt werden. Ebenso daß er die Körperpflege nicht bewältigen kann und und und.

Nun stellte sich heraus, dass er nur alle 2 Tage gewaschen wird. :-( Gut, wohl Personalmangel, oder nicht 1te Klasse, oder was auch immer. Wer sich mit Parkinson auskennt, weis wie sehr diese Menschen schwitzen… nicht fein, für einen Kranken, der eh mit nichts mehr klar kommt.

Gestern war dann der Obergau. Als Schwiegermutter aus dem Krankenhaus kam, erzählte sie, dass er sein Mittagessen nicht essen konnte. Es wurde ihm im „Ganzen“ hingestellt. Spinatblätter, Fisch…. so kann der Mann nicht mal essen. Echt schlimm, er ließ das ganze Essen zurückgehen so wie er es bekommen hatte, bis auf ein paar Löffel Suppe. Mit der Hauptmahlzeit konnte er nichts anfangen.

Im Krankenhaus angerufen, sagte dann eine nette Schwester: Ja, ich schneide es immer, aber kann schon sein daß es mal auf einer anderen Schicht vergessen wurde. Hallooooo, sowas darf einfach nicht sein. Bei den vielen Medikamente, die der Mann nehmen muss, ist Essen wichtig.

Da wird mir echt Angst und Bange, wenn ich da an Menschen denke, die ganz alleine sind, die keinen haben, der nach ihnen schaut oder sie besucht.

Es muss überall gespart werden, leider sind auch Krankenhäuser betroffen, verstehe ich ja. Wenn Patienten nur noch alle 2 Tage gewaschen werden können, warum sagt man das nicht bei der Einlieferung oder beim Gespräch auf der Station?

Und vor allem, sowas wie mit dem Essen vergessen Mundgerecht zu schneiden, egal ob Geldmangel oder nicht, das darf nicht passieren.

 

 

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