Traurig: Bergtraum verwehrt wegem Asthma?

Wie Viele von Euch wissen waren wir erst in den Osterferien in Bayern im Urlaub, respektive ich hatte 2 Arzttermine, Urlaub war es nur für meine beiden Männer. Ich liebe die Berge, die Berge faszinieren mich, vor allem die, die Schneebedeckt sind. „Tannenberge“ oder ganz kahle Felsberge sind nicht meine Welt, wohl auch weil ich weis, daß die Unerreichbar für mich bleiben werden, weil die doch meistens sehr schräg hoch gehen…

Warum ich diesen Artikel schreibe? Einiges machte mich sehr traurig, wütend und ich fühlte mich sogar „diskriminiert“. Schaut man bei der grossen Suchmaschine Google nach Bergwandern oder überhaupt nach Wanderungen, dann findet man viele viele viele Links wo drinsteht: „Keine gesundheitlichen Risikofaktoren wie z.B. Asthma, … “ Man muss sich als „Kranker“ alleine auf den Weg machen 😉 Geplante Touren, die von erfahrenen Leuten gemacht werden, die fallen weg, weil ich diesen „gesundheitlichen Risikofaktor“ Asthma habe.

Ich kann das nicht verstehen, wurde doch vor Jahren auf dem grössten Berg Deutschlands, der Zugspitze, ein Forschungslabor eingerichtet wo es um Asthma und Allergien geht, genau das worunter ich leide, hier zum Beispiel nachzulesen: Bernhard: Reine Höhenluft ideal für Allergie- und Asthmaforschung – Münchens Elite-Unis treten Zugspitz-Forschungsteam bei.

Es ist nicht nur bewiesen durch viele Links im Internet, sondern ich kann es auch selber bestätigen, mir ging es nie besser mit meinem Asthma und meinen Allergien als in diesen 7 Tagen in Bayern rund um Bad Tölz, Lenggries, Partenkirchen, verschiedenen Almen, Tirol und so weiter, wo wir waren. Einen kleinen zusammenfassenden Teil meiner Geschichte hatte ich hier beschrieben. Ich war im Januar 2010 unter für mich schwierigen Verhältnissen zum Beispiel auf dem Blomberg, kann man in meinem Blog alles nachlesen. Auch jetzt im April waren wir wieder auf dem Blomberg. Auszug aus Wikipedia: „Der 1.237 m hohe Blomberg ist der Tölzer Hausberg  und sowohl bei Einheimischen als auch bei Tagesausflüglern aus der Region ein sehr beliebtes Wanderziel.“ Das erste Mal war alles schneebedeckt und sehr glatt und es ging die Forststrasse hoch, was viele Kilometer sind…ich habe es geschafft. Diesmal ging es über die Winterrodelbahn hoch, weniger Kilometer, aber kam mir steiler vor, ich habe es geschafft. Wir waren auf der „Denkalm“ und so weiter, wo ich hoch wollte kam ich auch an! Genauso bei unserer Heimfahrt über den „Arlbergpass“ der Arlbergpass – Passhöhe laut Wikipedia: 1793 m ü. A., auch dort sind wir gewandert durch 10-20 Zentimeter hohen Schnee, der sind rundherum Meterhoch türmte… wenn man von unten im Tal auf so einen Pass hochfährt, das fühlt man als Asthmatiker schon und ich würde von mir aus auch nie zackzack loslaufen, sondern ich brauche meine Zeit um mich an die Höhe zu gewöhnen und die Zeit gebe ich mir auch. Das heißt jetzt nicht, daß ich Tage oder Stunden da sitzen muss, nein, aber eine halbe Stunde,  je nach Höhe und dann kann ich loswandern…ich würde auch nie, sobald ich angekommen bin gleich mal auf einen Berg kraxeln, nachdem ich meine Krankheiten akzeptiert hatte, die mich mein Leben lang begleiten werden, habe ich mich selber gelehrt damit zu Leben, das kann einem Niemand sagen, Niemand weis echt wie man sich selber fühlt. Und es gibt Schlimmeres, wie Krebs, der mich nicht umhauen konnte, dann das Asthma gar 2mal nicht… Es gab auch einen Tag in Bayern wo ich sagen musste: Sorry, ich kann Heute nicht so wie geplant. Dann muss man halt umplanen. Es gibt keine Probleme, es gibt nur Lösungen!

Ich will nicht den Mount Everst besteigen, genauso wenig würde ich eine 10 Stunden Tour im Karwendelgebirge schaffen, ich kenne meine Grenzen und ich weis was machbar ist und was nicht. Aber es gibt „geführte“ Routen die ich als Asthmatiker auch gut schaffen würde, nur bräuchte ich vielleicht eine Stunde länger…und es gibt bestimmt auch noch viele andere „kranke“ Menschen, die das schaffen würden und vor allem nicht gleich in einen Topf gesteckt werden und von vorneherein ausgeschlossen werden durch den Satz: „Keine gesundheitlichen Risikofaktoren wie z.B. Asthma, …  “ das fand und finde ich persönlich richtig diskriminierend. Es tut schon oft weh genug, daß man halt „anders“ ist als „gesunde“ Menschen, aber 99 Prozent aller Menschen mit „gesundheitlichen Risikofaktoren“ können sich selber am Besten einschätzen und wissen was sie erreichen können und werden und was nicht!

Ein „normal gesunder“ Mensch wird das, was jetzt kommt, wahrscheinlich nicht verstehen oder nachfühlen können!? Ich habe vor dem Termin wo feststand, daß ich dort ins Krankenhaus konnte und somit einige Tage dort verbringen würde, bei „Einigen“ per Mail angefragt und meinen Wunsch beschrieben, : daß ich gerne mal so einen weissen Berg unten anfassen würde, nicht besteigen wegen meinem Asthma …., weil ich mir das derzeit selber noch nicht zutraue, der Tag wird auch kommen. Ich will einfach mal an so einen Berg heran, ihn anfassen, dem Berg ganz Nahe sein…“ Da kamen Antworten zurück: „Mit Asthma gehört man nicht in die Berge“ ohhhhhh warum nicht? die Bergluft ist die reinste Luft die man findet, nie ging es mir besser! Und: „das Risiko ist zu hoch“ halloooooo ich wollte nicht hoch, wer lesen kann ist klar im Vorteil, ich wollte nur so einen Berg von unten anfassen! „das ist jetzt nicht ernst gemeint“ Doch es war mein Ernst!

Wie wäre es mal mit ein bißchen mehr Menschlichkeit? Ich kann das nicht verstehen und nachvollziehen.

Ich werde innerhalb von ca. 13 Monaten dort wieder einen Termin haben und dann will ich ihn anfassen, meinen weissen Berg!

3 thoughts on “Traurig: Bergtraum verwehrt wegem Asthma?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *