Schneckenplage im Aquarium

Vor allem bei Anfängern in die Aquaristik liest man immer wieder „Schneckenplage im Becken“ oder Hilfe die Schnecken explodieren“ und es wird dann immer das Wort „Schneckenplage“ benutzt. Daß sich der Aquarianer diese Plage aber selber herangezüchtet hat, das erwähnt keiner.

Klar, die meisten neuen Pflanzen die man im Fachhandel kauft, da bekommt man selten welche, wo kein Schneckenlaich dran haftet oder wo sich schon ein paar kleine Schnecken drauf vergnügen.

Wenn man mit neuen Pflanzen Zuhause ist, sollte man sie gut abspülen unter lauwarmen fliessendem Wasser, dann ist schon das meiste von den Schnecken ab und nicht nur Schnecken, man schleppt sich oft auch andere „Ungeziefer“ mit nach Hause.

Ich lege die Pflanzen immer kurz in ein Mineralwasserbad, das  Mineralwasser „muss“ da einen sehr hohen Anteil an Kohlensäure haben, so ist man auf der praktisch sicheren Seite und so nimmt man sich wenigstens schon mal nichts mit ins Becken rein, was schon lebte… dabei geht es mir persönlich um irgendwelche Würmer und Libellenlarven. Der Garnelenhalter unter Euch, der schon viele Zwerggarnelen durch eingeschleppte Libellenlarven verloren hat, der weis was ich meine 😉 In einem reinen Fischbecken ist das nicht das Problem, Fische betrachten solche eingeschleppten Mitbringsel als Snack 😆

Das heisst nun nicht, daß wenn man Pflanzen im Mineralwasserbad kurz liegen hat, danach ausspült und dann ins Becken macht, daß man dann absolut keine Schnecken mehr drinhaben wird, der Laich vonManchen ist sehr robust und wenn man ihn übersieht, dann schlüpft es nach einiger Zeit im Becken und so nimmt alles seinen Lauf.

Nun zurück zu der „Schneckenplage“. Richtig zur Plage werden Schnecken erst, wenn sie reichlich Futter bekommen, dann können Schnecken echt explodieren, aber da ist der Anfänger selber schuld! Weniger Füttern ist oft mehr! Nicht nur daß Futter das, wie bei manchen oft über 24 Stunden im Becken liegt, je nachdem was es ist, schon gammelt, es belastet auch das Aquariumwasser, was sich in der heutigen Nanozeit mit den 10-20 Liter Pfützen mal schnell ins Negative entwickeln kann.

Es gibt keinen Aquarianer der nicht schon mal zu viel gefüttert hat, mir selber, wo ich weit über 20 Jahre das Hobby Aquaristik habe, passiert es selbst heute noch manchmal, wenn ich abgelenkt bin durch etwas und zack ist zu viel im Becken… da hilft mir dann die „Schneckenplage“ 😉 Nein, ich habe keine Schneckenplage in meinen Becken, im Gegenteil, in meinen Augen gehören Schnecken einfach ins Aquarium dazu… Sie verspeisen das Futter, was man zu viel füttert und sind z.B. in Garnelenbecken sehr sehr nützlich. Und stirbt ein Aquariumbewohner, so beseitigen sie den sehr schnell, wenn man ihn mal nicht gleich findet oder nicht sieht…  Auch das ist vor allem in Garnelenbecken wichtig…

Zur „Plage“ werden Schnecken nur, wenn man zu viel füttert!!! Hält man das Futter knapp, bekommt man nie die in vielen Foren beschrieben „Schneckenplage“ die sich die Leute selbst herangezüchtet haben. Ihr könnt es selber ausprobieren, füttert 1-2 Wochen viel und zack habt Ihr viel Schneckenlaich im Becken, füttert Ihr sparsam, bleibt alles im normalen Gleichgewicht und Ihr bekommt nie zu viele Schnecken! Ich steuere meine Schneckenpopulation mit dem Futter, weis ich daß bald wieder ein neues grosses Aquarium hinzu kommt, dann füttere ich viel und sobald das Becken steht, kommen sofort Turmdeckelschnecken, Posthornschnecken und Blasenschnecken ins neue Becken…

Probiert es aus!

LG

Nadine

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