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März

Biber – Hegau – Hoffentlich gehts denen nicht ans Fell

Das war ja klar, kaum steht überall daß sich die Biber wieder sesshaft gemacht haben, muss auch erscheinen was die Tiere angeblich anrichten. Hoffentlich geht es den Bibern jetzt nicht wieder durch solche Negativ-Schlagzeilen ans Fell. Wie mit dem Komoran, zum Vogel des Jahres erklärt/gewählt und trotzdem wurden viele ausgerottet…

Hier der Artikel aus dem südkurier.de

Im Hegau wieder angesiedelte Biber sorgen für mächtigen Konfliktstoff: Landwirte aus dem Tengener Stadtteil Beuren a. R. beklagen, dass durch Biberdämme Wiesen überflutet werden und die Tiere Ostbäume durchnagen. Segelflieger in Binningen behaupten sogar, dass Biberdämme durch Aufstauungen ihren Flugplatz lahm legen.

Tengen – An immer mehr Gewässerstellen im Hegau tauchen buchstäblich Biber auf. Während sich naturverbundene Menschen über die Wiederansiedlung freuen, sind andere stark verärgert. Wie Landwirte, die sich im Tengener Stadtteil Beuren über angenagte Obstbäume oder ihrer Meinung durch Biberdämme im gleichnamigen Bach Biber verursachte Durchnässung von Wiesen beklagen.

Mächtig sauer sind auch die Segelflieger im benachbarten Binningen. Sie monieren, dass Biber ihren Flugplatz lahmlegen. „Wir glauben, dass Biberdämme einen Rückstau auf dem mit dem Bach verbundenen Riedgraben verursachen und dadurch das Fluggelände überfluten“, berichtet Gottbert Hogg, Vorsitzender der Segelfluggruppe.

So müssten die Segler auf den Hilzinger Fugplatz ausweichen. Eine Vor-Ort-Besichtigung mit dem für den westlichen Hegau zuständigen Naturschutzbeauftragten des Bund, Eberhart Koch, konnte nicht bestätigen, dass ein Biberdamm die Flutungen hervorgerufen hat. Ein solcher ist zwischen Binningen, Beuren und Büßlingen auf der Biber nicht auszumachen – nur ein zerstörtes Bauwerk der Nagetiere. „So wie es aussieht, geschah dies mutwillig“, bewertet Koch die Lage.

Um Konflikte zwischen Landwirten, Segelfliegern, anderen Interessensgruppen und dem Biber zu lösen, gab es mehrere Treffen. Geleitet hat diese die Biberbeauftragte des Regierungspräsidiums Freiburg, Bettina Sättele. Eine Reihe von Maßnahmen sind getroffen worden, um die Probleme zu beheben. So wurden Rohre im Bereich des Biberdammes eingebaut, um eine Überflutung zu verhindern. Manschetten an angrenzenden Obstbäumen sollen diese vor der Zerstörung durch Biberbisse verhindern.

Auch in anderen Stellen des Hegaus, an der Aach zum Beispiel, gibt es zunehmend Ansiedlungen. „Biber verlagern ihre Standorte immer wieder“, verrät Eberhart Koch. „Die Tiere suchen sich vor allem an Stellen eine Bleibe, wo dichte Böschungen an Flüssen oder Bächen sind. „Biber ernähren sich im Winter von Holz, in der übrigen Zeit aber hauptsächlich von Pflanzen-Trieben“. Auf den Äckern fänden sie auch beliebte Nahrung wie Zuckerrüben.

Die Bewohner von Beuren und Büßlingen rätseln, woher die Biber vor einigen Jahren plötzlich kamen. In der Region galt er als ausgestorben. Weil das Flüsschen Biber zwischen Gailingen und dem schweizerischen Stein am Rhein in den Rhein fließt, gibt es Vermutungen, dass der Nager über die Grenze kommend im oberen Hegau wieder sesshaft geworden ist.

Freiwillig wird er nicht mehr verschwinden, sind sich die Experten sicher. Wohlwissend: Wenn ein Biberdamm vom Mensch oder vom Hochwasser zerstört wurde, bauen die Tiere an anderer Stelle einen neuen Damm.

Der Beurener Ortsvorsteher Edgar Nutz glaubt, dass zurzeit die Aktivitäten der Nagetiere mehr im Gelände eines abgeholzten Pappelwalds anzutreffen sind. Dort gibt es auch Spuren wie angenagte Bäume und Sträucher. Vor Jahren schon wurde im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen weiter östlich ein etwa 1000 Quadratmeter großer Teich angelegt und an einen Graben angeschlossen, in der Hoffnung, dass die Biber das Angebot annehmen. Fachleute sehen dieses Gelände, wo ein Auenwald entstehen soll, unproblematischer für die Biber als landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Bibervorkommen sind nun auch im benachbarten Büßlingen festgestellt worden, wie Ortsvorsteher Josef Ritzi bestätigt, und etwa zehn Kilometer weiter am Lauterbach in Uttenhofen.

„Die Biber suchen sich Stellen an Gewässern, die von nahrhaften Böschungen umgeben sind“, sagt Koch. Dies sei auch in Bereichen von Gottmadingen der Fall genauso wie an der Hegauer Aach. „Der Biber ist an sein altes Territorium an der Biber zurückgekehrt. Das ist gut so “, sagt Gottmadingens Bürgermeister Michael Klinger. Es gelte, Lösungen zu finden, mit denen Mensch und Biber gut leben könnten.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 05.03.10 um 11:18 und ist gespeichert unter Nachrichten. Folge den Kommentaren durch das RSS 2.0 Feed.

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2 Kommentare zu “Biber – Hegau – Hoffentlich gehts denen nicht ans Fell”

  1. Kranker Pfleger

    Biber sind übrigens Fische.

    Jedenfalls nach der katholischen Kirche, die sie wegen des schuppigen Schwanzes als solche und damit als Fastenspeise einstufte.

    Ich habe noch nie einen Biber in der Natur gesehen. :-(

  2. admin

    Ich habe leider auch noch keinen Biber in Natura gesehen, obwohl sie ja auch hier um Radolfzell herum sein sollen. Ich hoffe sie rotten die Biber nun nicht auch gerne so aus wie sie es mit den fischfressenden Vögel gemacht haben…


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