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März

Bodensee: Kretzerbestand nimmt ab

Radolfzell – Die Angler wollen den Kormoranen, die Naturschützer den Fischern an den Kragen gehen. Die Fronten beider Lager sind nach wie vor verhärtet.

Den Berufsfischern geht’s um die Sicherung ihres Erwerbszweigs, den Angelsportlern um die Möglichkeit, ihr Hobby zu pflegen. Dem steht eine Gruppe von Naturschützern entgegen, die sich gegen die Vergrämung des Kormorans zur Wehr setzen. Der schwarz gefiederte Fischjäger ist auf beiden Seiten zu einem Dauerthema geworden. Ein Ende des Streits ist nicht in Sicht.

Bei der Hauptversammlung des Angelsportvereins (ASV) „Frühauf“ wurde wieder einmal deutlich gemacht, dass sich auch die Fischer als aktive Naturschützer verstehen. Alljährlich werden Millionen von Jungfischen im Untersee eingesetzt, die in Brutanstalten herangezogen werden. Dies soll natürlich den Fischbestand sichern, aber auch dafür sorgen, dass der Bodenseefisch nicht von den Speisekarten verschwinden darf. Seit einigen Jahren hat sich jedoch der Kormoran so rapide am Bodensee vermehrt, dass sich die Petrijünger um den Fischbestand ernsthaft Sorgen machen. Derzeit jagen allein am Untersee rund 400 Exemplare dieses fliegenden und tauchenden Jägers. Insbesondere in der Aachmündung findet man eine große Brutkolonie mit durchschnittlich etwa 135 bis 150 Nestern. Ein solch massives Auftreten dieser Vogelart vertrage weder der See noch die Zuflüsse, betonte Werner Scheu.

Die Demonstrationen der Fischereiverbände aus der Region Anfang Januar vor dem Radolfzeller Milchwerk habe die Entschlossenheit der Fischer gezeigt, ihre Interessen nachhaltig zu vertreten. Diese Aktion sei überaus erfolgreich gewesen. Selbst Nabu-Leute seien von den Argumenten überzeugt worden. Der Nabu hatte im Vorfeld eine drastische Einschränkung der Fischerei auf dem Bodensee gefordert, was Angler und Fischer letztlich auf die Barrikaden brachte. Inzwischen habe der Nabu die umstrittenen Anträge zurückgezogen, so die Information bei der Hauptversammlung.

Erfreulich gut gehalten hat sich das Felchen, während der Hecht unter dem Vorjahresniveau blieb. Die Kretzerbestände sind in letzter Zeit jedoch erheblich zurückgegangen, wie der ASV-Vorsitzende Christian Schellhammer betonte. So war die Ausbeute an diesem Barsch im vergangenen Jahr verschwindend gering. Bootswart Axel Girwert teilte mit, dass das Bojenfeld vor dem Vereinsgelände „In den Herzen“ für weitere zehn Jahre genehmigt wurde. Allerdings kommen auf die betreffenden Angler dadurch erhebliche Gebührenanteile zu.

Im Vereinsleben sind die Räucheraktionen überaus beliebt. Ein eingespieltes Team sorgte an vier Veranstaltungen dafür, dass Mitglieder und Gäste sich an frisch geräucherten Forellen und Felchen satt essen konnten. Am kommenden Karfreitag werden die Räucheröfen wieder angeheizt. Vorsitzender Schellhammer dankte den Mitgliedern für deren großes Engagement. Damit würden sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, das schöne Fleckchen Erde, das man als Vereinsgelände am See habe, zu pflegen und zu erhalten.

Quelle: südkurier.de

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 11.03.10 um 09:36 und ist gespeichert unter Nachrichten. Folge den Kommentaren durch das RSS 2.0 Feed.

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1 Kommentar zu “Bodensee: Kretzerbestand nimmt ab”

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