Auf dem Boden der Tatsachen zurück

Nachdem ich am Dienstag ja mit meinem Mountain Bike den Schotter gemessen hatte, wollte ich ja Pause machen, aber nicht wirklich, am Mittwoch überredete ich Alex daß wir doch fahren sollen, nicht so weit, bis dahin okay. Wir fuhren los Richtung Güttingen in den Netto, da ich eh noch 3 Sachen einkaufen musste, die Strecke war keine gute Wahl, jedenfalls nicht für mich. Ich wäre lieber Richtung Espasingen – Ludwigshafen gefahren, was aber das 3fache an KM ausgemacht hätte…

Kaum losgefahren, da fing es an zu nieseln, Regen macht mir nichts aus in dem Sinn, ich bin ja nicht aus Zucker. Doch 5 Minuten später wurde es extrem schwül und die Luftfeuchtigkeit lag bestimmt weit über 90 Prozent und da ging mein grosses Leiden dann los. Ich bekam heftigste Probleme, vor allem weil es auf der Strecke für uns gleich am Anfang hinauf geht, egal für welche Seite des Weges man sich entscheidet…in der Hälfte vom Berg fühlte ich dann auch noch mein vom Schotter lädiertes Knie, aber ich wollte das Ziel erreichen, vor allem da es nicht weit war, im Ganzen gute 6 Kilometer, das ist doch eigentlich nichts, wenn man vorher schon 22 und 28 km am Stück geschafft hatte oder? Falsch, es war die härteste Fahrt seit ich mein Bike habe und zu allemÜberfluss musste ich unterwegs auch noch mein Akutspray nehmen. Nicht schlimm, meint Ihr, ja eigentlich nicht, aber für mich ist eine Welt untergegangen! Dann noch die Sätze von meinem Göttergatten, so in der Art: „Wir hätten nicht fahrfen sollen. Ich wusste es.“ Und dann seine Blicke, die mir nicht verborgen blieben, das tat verdammt weh!  Aber ich wollte ja unbedingt fahren, ich fühlte mich stark… Ich bin auf dem Boden der Tatsachen zurück, also wieder in meiner bitteren Realität angekommen. Es lief einfach zu Reibungslos, viele viele Tage konnte ich ohne grosse Probleme fahren und vor allem ohne mein „gehasstes“ Asthma-Akutspray. Ich fühlte mich wie ein neuer Mensch, ich fühlte mich gut, sogar super, ich hätte Bäumchen ausreissen können und dann der Rückschlag, wo ich nicht mal einen Grashalm geschafft hätte… Dabei war ich auf so einem guten Weg, sogar mein Cortisonspray, wovon ich morgends und abends 2 Hübe seit langer Zeit nehmen muss, hatte ich auf je einen Hub Morgens und Abends reduzieren können und es ging mir bombastisch gut damit. An dem Abend musste ich von meinem Cortisonspray auch leider wieder 2 Hübe nehmen und am anderen Morgen, also Gestern auch…

Ich habe Vieles hinter mir gelassen an weis Gott echt schweren Krankheiten und Unfällen aber ich würde viel dafür geben, wenn ich das Asthma los wäre, ich habe lange Zeit nicht mehr darüber nachgedacht, ja, ich wollte nicht darüber nachdenken… Mir ging es blendend, ich dachte ich wäre endlich auf dem für mich richtigen Weg angekommen, ich hatte Hoffnung vielleicht wieder irgendwann so sein zu können und vor allem so leben zu können wie vor vielen Jahren. Richtig fit, was mit meinen beiden Jungs unternehmen, spielen ohne dabei jedesmal an die absoluten Grenzen zu stossen und fast umzufallen…

Es ist schwer sich damit abzufinden und im Moment kann ich es auch noch nicht, Morgen ist ein wichtiger Tag für mich, der mein Leben damals total veränderte, nein, hat nichts mit irgendwelchen Krankheiten zu tun, dazu Morgen dann mehr! Es fällt mir nur jetzt extrem schwer, wenn ich zurückdenke an die Zeit vor 12 Jahren auf dem Level wo ich da körperlich stand und dann Heute, meine bittere Realität vor Augen habe…

Da ist er ja wieder, mein Spruch von damals: “Ich krieg das schon irgendwie hin, den ich hab ja wohl kaum eine andere Wahl…” so ist es… Irgendwie, nur wie, darauf fehlt mir in meinem jetzigen „Tief“ die Antwort…

Ein zweiter Spruch von Arthur Schopenhauer : “Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.”  In dem Sinne, passt auf Euch auf!!!!

2 thoughts on “Auf dem Boden der Tatsachen zurück

  • 13. August 2010 at 16:04
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    Oh man das ist echt doof. Wie gut kenne ich diese Situation und ich kann dir nur zustimmen sowas ist echt doof. Und ein Leben ohen Asthma und Allergien wäre ein Traum. Wenn ich hier so in deinem Blog lese haben wir viele Gemeinsamkeiten und scheinbar einen ähnlichen Krankheitsverlauf.

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    • 13. August 2010 at 16:15
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      Ja Du verstehst am Besten wie ich mich da nun fühle, weil Du es genauso durchlebst… Es ist ein traum von mir ohne Asthma und Allergien, aber ob ich/wir das jemals erreichen werden… derzeit habe ich keine Hoffnung.
      Und nun soll ich auch noch mit meinem Göttergatten aufs Rad :-( Wird schon schief gehen…
      LG an Dich!

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