Dieser Weg wird kein leichter sein…

 

…dieser Weg ist steinig und schwer. Tolles Lied oder? Mir geht es hier eigentlich nicht um diesen Song, sondern um den Weg den wir hier meistern müssen. Nein, hat nichts mit dem fotografieren zu tun, das läuft und würde noch besser laufen, aber. Ja nun kommt es.

Wir haben riesige Probleme hier und so kann es einfach nicht weiter gehen. Alex ist seit vielen Wochen krank geschrieben und daß sein Vater unter anderem Parkinson hat, das ist ja bekannt. Scheussliche Krankheit, ja aber weniger für ihn, jedenfalls derzeit. Er ist auf Pillen und Pflaster eingestellt, sollte man annehmen, wobei da etwas falsch läuft. Er hat keine Ruhe mehr, absolut keine, er will die Welt umbauen und das an einem Tag. Ist ja nicht schlimm, denken bestimmt nun einige, dann ist er beschäftigt, ja klar, wäre toll, nur er will nichts mehr alleine machen. Zudem ruiniert er das ganze Werkzeug, er nimmt Steinbohrer für Eisen und so weiter. Zuerst hat er hinter dem Haus alles anders gemacht, wobei das ja noch gut war, so käme man irgendwann mit einem Rollstuhl auch einfacher ins Haus rein.

Nun ist die Garage dran, da liegen seit über 30 Jahren Fliesen im Keller und nun muss das von heute auf morgen gemacht werden. Gut am Montag kommt der Fliesenleger. Es wäre zwar wichtiger erstmal das Haus zuerst zu isolieren, aber das ist eine andere Geschichte und passt nicht in sein Denken. Da wären wir beim eigentlichen Problem, „seinem denken“. Ihm kommt eine Idee in den Kopf, sagt es meiner lieben Schwiegermutter Christa, die argumentiert öfters dagegen weil es Irrsinn wäre und er meint nur: Lass mich nur machen. Ja, lässt man ihn nicht, ist Krach und Radau. Denn alle sind ja faule Hunde nur er nicht…so sagt er. Klar er sieht nicht wenn Christa jeden Tag wäscht und bügelt, weil er mehrmals neue Kleider am Tag braucht, das ist ja keine Arbeit, genauso wenig wenn Sie ihm pünktlich die Pillen mehrmals täglich reicht, ist ja alles nichts, man macht es ja gerne, klar. Es ist auch keine Arbeit wenn sie ihm kocht, spült, dauernd hinter ihm herräumt, mehrmals in der Woche mit ihm zu den verschiedenen Therapien fährt, ist wichtig, okay. Staubsaugen, um den Hund kümmern, sein Chaos im Keller räumen, im Gartenhaus, in der Garage, mehrmals in der Woche, weil er nichts mehr findet und es waren ja immer die Anderen, obwohl wir nichts von seinem Zeug nehmen.

Er ruft mindestens 100mal am Tag: Christaaaaaaa. Und sie muss rennen, sonst ist wieder Streit, denn das kann er mittlerweile sehr gut und das hat er raus. Läuft sie nicht ist die Hölle los. Zudem muss noch Jeder wissen wo er was verlegt hat, denn es war ja nicht er. Er räumt jeden Tag um, wie jetzt die alte Garage, da hatte er Bretter an der Wand für ein bißchen was an Werkzeug, was er zwar eh nie dahin gehängt hat, aber egal. So die musste er nun wieder runter reissen und dann hatte er nichts besseres zu tun als wieder neue OSB-Bretter zu kaufen. Okay, lasst ihn doch denkt Ihr nun oder? Damit ist es nicht getan. Seit gestern will er da nun rumachen und dauernd anderswo Löcher haben, seit ich vor 2 Tagen ausgeflippt war, weil Alex nichts tun darf derzeit wegem Rücken, da muss er trotzdem dauernd zu ihm hin, ihm den Bohrer reinmachen und vor allem richtigen Bohrer geben… Okay denkt Ihr, ist doch gut wenn man hilft. Ja klar, ich bin bestimmt die Letzte die nicht gerne hilft, aber er bestimmt mittlerweile über unser ganzes Leben, mischt sich in Alles ein. Bekommen wir Post, wo er nicht sieht was es ist oder um was es geht, klingelte er doch letzte Woche echt und fragte Alex was das denn wieder sei! Geht ihn doch nun echt nichts an.

Ihr denkt jetzt wo ist Ihr Problem am Ganzen. Ganz einfach, er klingelt mehrmals Morgens, Mittags und Abends, überhören wir es mal, muss Christa hier oben anrufen. Springt Alex nicht gleich, ist krach. Oder er geht hinters Haus und brüllt so laut, bis Alex reagiert und fragt was wieder ist. Für seinen Vater ist das ganz normal, das Ganze, er ist ja schliesslich der Einzige hier der was zu tun hat. Unsere Fotos bearbeiten sich von alleine… und andere Arbeit haben wir hier ja auch keine, wir haben schliesslich nur hier zu sitzen und zu warten bis der Herr pfeifft.

Sagt man ihm die Meinung, wie ich gestern mal wieder, davon will er nichts wissen, er hat seinen Standpunkt, die anderen interessieren ihn doch nicht. Heute wieder, er weis genau daß wir Heute Mittag um 15 Uhr ein Shooting haben, klar gibt ja nichts vorzubereiten wie er meint. Hat er wieder angerufen, weil Christa zu ihm sagte sie würde es nicht tun und zack musste Alex runter, er wollte nur einen Bohrer in die Maschine, okay, soweit so gut, es nervt aber…. Was das Fass dann wieder zum Überlaufen bei mir gebracht hat, da sagt er zu Alex: Kommst um 15 Uhr mir helfen. Nur dabei sein, reicht. Hallooooo er wusste daß wir einen Termin haben. Interessiert ihn aber nicht.

So geht das nun seit 2 Wochen hier, tagtäglich mehrmals pfeifft er und Alex soll springen. Das wir unser Leben führen wollen, das interessiert ihn nicht, das einzige was ihn noch interessiert ist ER selber…

Es ist echt krass hier, so krass, daß meine liebe Schwiegermutter kaputt geht wenn er so weiter macht. Er braucht sie ja nicht, er braucht keinen ist sein Lieblingsspruch, warum ruft er Christa dann mindestens 100 mal am Tag und das in einem Ton als wäre Sie seine Dienerin. Warum braucht er Alex für jeden Furz, wo er weis daß Alex krank ist und sich an das von den Therapeuten halten soll… Aber da sind wir beim nächsten Punkt: Niemand ist krank, nur ER…

Wir wollten ja hier im Haus für den Winter über ein Studio einrichten, da bin  ich mittlerweile dagegen. Da wird auf Mobil gemacht, denn hier im Haus wo man nicht mal 1 Stunde Ruhe hat, wie soll man da mit Kunden vernünftig arbeiten?

Nach aussen hin, wenn Leute da sind oder Familie, dann reisst er sich zusammen und zu 99 Prozent gelingt es ihm sogar, ausser wenn einer da ist daß er jedes Mal eine blöde Bemerkung über Alex oder uns machen muss, naja das lässt einen ja schon kalt…

Wie bringt man einem kranken Mann bei, der nur noch sich selber sieht, daß andere auch ein Leben haben? Vor allem meine liebe Schwiegermutter macht mir Sorgen, wenn es so weiter geht hier, geht sie unter, das darf nicht passieren. Ich bin mittlerweile so weit daß ich ihn ignoriere so oft wie es nur geht. Ich arbeite daran, gelassen zu bleiben, aber derzeit habe ich Bronchitis und mit dem Asthma ist das schwer und da braucht man nicht so viel und ist gereizt…

Ich könnte manchmal echt weglaufen, ich will manchmal weglaufen, nicht wegen Alex, ich liebe ihn noch immer wie damals genauso, aber ….

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