Um viele Erfahrungen reicher – geschlossene Adoption

Damit man versteht um was es genau hier geht, muss ich weiter ausholen. Für unsere Hochzeit im Dezember 2000 brauchten wir Papiere und damals wussten wir noch von nichts. In den Papieren von meinem Göttergatten Alex las ich dann daß dort ganz andere Vornamen standen und seine Eltern redeten dann auch mit uns… Alex war /ist adoptiert. 28 Jahre war er alt als er es erst erfahren hatte seine Eltern warteten auf den richtigen Zeitpunkt um es ihm zu sagen, jedoch gibt es dafür nie einen richtigen oder falschen Zeitpunkt, je älter man wird/ist, desto mehr denkt man nach. Es war damals schon ein Schlag für uns Beide, er nahm es ruhig und gelassen, er hatte eine gute Kindheit, klar. Was genau in ihm vor ging, kann selbst ich nicht sagen… Ich kann es nur aus meiner Sicht erzählen, „er“ war mir auf einmal fremd, so blöde wie das nun klingen mag! Du kennst und liebst einen Menschen, du denkst ihn zu kennen und trotzdem kennst du ihn nicht…

Damals lebten wir noch in der Eifel und beschlossen gemeinsam uns auf die Spuren seiner „Leiblichen“ zu machen. Dann bekamen wir noch die Story erzählt, seine leibliche Mutter wäre tot, alles zum Selbstschutz? Aus Angst ihn als Sohn zu verlieren? Wahrscheinlich… Spielt auch keine Rolle!

Da begann ein langer Weg, es war damals eine „geschlossene“ Adoption und es war gar nicht so einfach was herauszufinden, aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg und Monate später bekamen wir sogar Kopien von seiner Adoption und über den Sachbearbeiter, worüber es damals lief, Alex war einer seiner ersten „Fälle“, bekamen wir auch telefonischen Kontakt zu seiner „leiblichen“ Mutter…klar, das man da zu hören bekam, hat keinem gefallen. Nichts rechtfertigt es ein Kind zur Adoption freizugeben oder doch? Doch! Für Alex war es das Beste was ihm passieren konnte. Wir fanden heraus daß es noch Geschwister gibt. Eine jüngere Schwester, sie lebt in Italien, hat angeblich eigene Kinder und kann leider kein Deutsch und auch kein Englisch. Sie wurde angeblich vom leiblichen Vater zu seiner Familie dahin gebracht. Der Kontakt konnte nie richtig hergestellt werden. Dann gibt es noch einen jüngeren Bruder, der von einem Ehepaar aus Stuttgart auch durch geschlossene Adoption adoptiert wurde. Mit ihm hatten wir ein paar Mal telefonischen K0ntakt, zu einem Treffen kam es bisher nie. Dann noch eine jüngere Schwester, die eine Pflegefamilie genoss. Sie lebte in Frankfurt in einer Pflegefamilie. Vier Kinder hat seine leibliche Mutter auf die Welt gebracht, 5 abgetrieben…Alex, ist als glückliches Einzelkind aufgewachsen, hat also Halbgeschwister und trotzdem keine…jedes Kind war von einem anderen Kerl.

Seine „leibliche“ Mutter wurde von Telefongespräch zu Telefongespräch immer krasser, so als wolle sie auf einmal die „Supermama“ sein. Wir machten Ihr von Anfang an klar, daß es so nie werden würde, Alex hat super Eltern, wenn es auch nicht die leiblichen sind, das spielt keine Rolle, für ihn sind es „seine“ Eltern und sie werden es immer sein! Vor 3 Jahren zogen wir ja an den Bodensee zu seinen Eltern ins Haus und so kam der Tag, wo wir seine „leibliche“ Mutter in Konstanz besuchten. Vor dem Haus wo sie eine Wohnung hat, wartete sie, lange schwarze Haare, schwarzer langer Ledermantel, hochhackige Stiefel, ich weis nicht warum mir das heute noch im Gedächtnis ist… Es war das erste Mal wo sie sich sahen, Auge in Auge…und sie machte in meinen Augen einen grossen Fehler, sie klammerte, umarmte ihn… Für sie war er der wiedergefundene Sohn, für ihn und mich jedoch eine „Fremde“… wir tranken Kaffee bei ihr, sie redete und redete und immer dasselbe Zeug wie am Telefon, von ihrem Drogenproblem damals, wo sie total nach unten abgerutscht war…angeblich ist sie ja clean… von ihrer grossen Tochter, an die sie nicht ran kommt, von ihrem jüngeren Sohn, der sich auch gleich wieder von ihr abgewendet hat…von ihrer jüngsten Tochter…

Nach dem ersten Treffen kamen noch mehr Anrufe als sonst schon, aber immer nur wenn „sie“ Probleme hatte und das war mindestens einmal in der Woche. Ihre Probleme waren immer dieselben, ihr Leben von früher, ihre Kinder die sie nicht wollten, ihre Hepatitis C durch „spritzen“, sie kann keine Arbeit annehmen, für alles ist sie zu krank, dabei machte die Frau einen echt fiten Eindruck… sie sitzt lieber alleine in ihrer kleinen Wohnung und trauert ihrem vergangenen Leben hinterher…sie erzählte einfach seit dem ersten Telefongespräch von 2001 bis jeher immer dasselbe am Telefon und darauf ansprechen konnte man sie nicht, man kam nicht zu Wort und wenn, dann war es eine Stunde später und man war froh wenn man sie „abwürgen“ konnte…sie jammerte lieber bei Alex am Telefon und drängt wieder auf Treffen, was wir Beide nicht wollten…die Telefonanrufe wurden weniger und ich muss ehrlich sagen, sie haben mir nicht gefehlt, und Alex schon gleich zweimal nicht.

Vor gut einem Jahr kam dann ein Brief von ihr, wo sie mit uns sozusagen abschloss, es würde ja nie so werden wie sie es möchte und sie könnte ja nicht „Mutter“ für ihn sein, weil er es nicht zulassen würde, blabla, vom Rest verschone ich Euch mal… der Brief war derart boshaft geschrieben, daß sie für uns erledigt war, für uns existierte sie nicht mehr…

Bis jetzt an Sylvester, ich geh hoch, es war ca. 20 Uhr 30 und sehe daß der AB blinkt und höre ihn ab…und wer war es? SIE. Ihre Stimme klang komisch, traurig und sie sagte wortwörtlich: Ja Hallo Alexander ich bin es, ich wollte Dir ein gutes neues Jahr wünschen, und alles Gute fürs neue Jahr, ich mach Schluss, ich möchte nicht mehr, danke, tschüss“ Ich erwischte Alex unten kurz alleine und sagte ihm was ist und wenn sie sich echt das Leben nehmen würde, daß ich mir dann ewig vielleicht Vorwürfe machen würde… er rief die Polizei in Konstanz an, schilderte die Sachlage…später rief er nochmal an, da war die Polizei bei ihr und sie wollte angeblich nicht mit ihm reden, das wollte er auch nicht, aber er wollte wissen was ist/war, mehr nicht… Später waren dann noch zwei bitterböse Nachrichten von ihr auf unserem AB, „Also du bist ja wohl das Allerletzte, du schickst mir die Polizei hier ins Haus, das ist wohl alles von dir…aber du kannst mich nicht daran hindern wenn ich mir das Leben nehmen will, du nicht, tschau“ ein kleiner Auszug, vom Rest verschone ich Euch mal.

Jeder der mich richtig kennt, weis, daß ich eigentlich nie telefoniere, ausser mit meinen Eltern oder Schule, Kiga… jedoch war ich aufgrund dieser bösen Nachrichten richtig wütend, ich glaube so wütend war ich bisher noch nie und ich rief sie an und leider ging nur ihr AB dran und sagte ihr: Du hast es so gesagt als würdest du dir das Leben nehmen wollen, wir wollten das verhindern und darum wurde die Polizei verständigt und wenn das nun auch schon falsch ist, gut, mach was du willst, lass uns in Ruhe, vergiss uns und unsere Telefonnummer, sonst haben wir nächste Woche eine neue, mach was du willst, wir wollen absolut nichts mehr mit dir zu tun haben…

Was wollte sie? Daß Alex sich schnell ins Auto setzt und zu ihr fährt und sie als Mutter und Sohn ins neue Jahr feiern könnten? Sie wusste vom ersten Telefongespräch an offen und klar wurde ihr gesagt, daß es vielleicht mal so eine Art Freundschaft werden könnte, aber nie mehr…mit ihrem Klammern und Supermama sein zu wollen hat sie selber alles kaputt gemacht…

Das war es! Wir haben „sie“ damals gesucht, uns gefreut sie gefunden zu haben und nach dem Ganzen von all den Jahren, sind wir Heute froh, sie hoffentlich wieder für immer „los zu sein“, so schlimm das nun für manche klingen mag…

Alex seinen „leiblichen“ Vater, von dem er ein Ebenbild sein muss, wie man uns sagte, mit dem hatten wir nur einmal telefonischen Kontakt, er war zuerst nett und als dann die Tatsachen auf dem Tisch lagen sozusagen, da blockte er ab, da wollte er von nichts mehr wissen, jedoch steht der gute Mann als Vater in den Papieren drin und er wollte Alex damals sogar selber nehmen…leugnen finde ich daher billig…klar, der Mann hat sich eine Existenz aufgebaut, wenn man in Konstanz über die Grenze in die Schweiz fährt, da hat er eine Pizzeria, eine eigene Familie, 1 Sohn mal sicher, die von Alex bestimmt nichts wissen… aber wir wollen doch auch gar nichts von ihm…wenn man selber Kinder hat ist es nie schlecht, wenn man die Krankheiten der „Leiblichen“ kennt…aber nach den Erfahrungen, lassen wir es, irgendwann gehen wir dahin vielleicht mal essen, aber nicht mehr und nicht weniger…

Im TV sieht man immer Happy End, wo welche ihre leiblichen Familien gesucht haben, es kann aber auch anders kommen…wie heisst es: am Anfang ist alles noch irgendwie schön…

Artikel abgeändert: Ich habe Passagen aus dem Artikel abgeändert, respektive herausgelöscht, warum, ganz einfach, weil das, was uns Alex leibliche „Mutter“ erzählt hatte über ihre jüngste Tochter Jessica, alles nicht stimmt….

5 thoughts on “Um viele Erfahrungen reicher – geschlossene Adoption

  • 4. Januar 2011 at 16:49
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    Also eines muss ich mal loswerden: Auch wenn mich solche privaten Geschichten meist nicht interessieren habe ich hier doch bis zum Ende gelesen.

    Interessanter Bericht…auch wenn die Inhalte nicht immer positiv sind… dennoch, dort Essen gehen würde ich trotzdem mal.. wenn Alex wirklich ein Ebenbild seines Vater ist und dieser dort ist, dann müsste das doch irgendjemand bemerken…

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  • Pingback: Manchmal weiß man es besser nicht

  • 4. Januar 2011 at 17:07
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    Ich bin auch ein Adopotivkind,mit einer eigenen Geschichte.
    Ich weiss,wie sehr es verwirren kann,traurig machen oder auch wütend.
    Ich habe meine Ma auch gesucht,mit 18..durch mehrere Umstände haben wir den Kontakt
    aber wieder verloren.
    Irgendwann kam der 2. Versuch und es war wirklich schön.
    Ich erwachsener,sie verständnisvoller.
    Ein Jahr später kam sie bei einem Autounfall ums Leben.
    Irgendwer da oben wollte nicht,das wir zusammen kommen…..

    Ich wünsche Alex,das er mit all dem gut abschliessen kann.
    Alles Liebe
    Angelique

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  • 4. Januar 2011 at 18:18
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    Nein Oggy, sehe ich anders. Die weibliche Seite von meinem Erzeugerduo wollte zu viel und die männliche Seite will mich gar nicht kennenlernen wie er schon verlauten lassen hat. Abgesehen davon hab ich auch keine Lust mehr, ihn zu treffen oder gar kennen zu lernen denn was ich bisher kenne reicht. Beide Seiten sind für mich Abschaum und mir ist die Zeit einfach zu schade, mich noch weiter mit Abschaum auseinanderzusetzen. Er soll mit seiner Pizzeria glücklich werden und was ich ihr wünsche, das verkneife ich mir hier.

    @Angelique: Ich habe damit abgeschlossen und das gut denn ich habe die Gewissheit, daß sie mich anscheinend gebraucht hätte aber ich sie zu keiner Zeit gebraucht habe. Sie hat mich mehrfach in den Arsch getreten und darum kann sie von mir auch nichts als Verachtung erwarten.

    Manche Menschen sind eben dumm geboren und haben nichts dazu gelernt.

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  • 12. Januar 2012 at 18:40
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    Ich kann nicht verstehen, weshalb Kindern eine so wichtige Information vorenthält….

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