Wanderung Kloster Frauenberg – Bodensee

Bei unserer Wanderung am 16. Januar 2010 gingen wir von der Burgruine Alt-Bodman weiter zum Kloster Frauenberg.

Die Burganlage wurde auf einem rund 70 mal 14 Meter maßenden Bergsporn errichtet. Der heutige Wohnbau der religiösen Gemeinschaft geschah unter Einbeziehung von Resten der Burganlage. Er besitzt ein Satteldach und Treppengiebel.

Geschichte:

Die Burg wurde durch die Herren von Bodman, Reichsministeriale der Staufer, spätere Grafen von und zu Bodman genannt, erbaut und wurde mehrfach umgebaut.

Die Burg Frauenberg war ursprünglich der Sitz der gräflichen Familie, bis am 16. September 1307 während eines Familienfestes ein Blitzschlag einen Brand verursachte. Der Legende nach verbrannte die gesamte gräfliche Familie und einige Angehörige des Hegauer Adels. Unter den Opfern waren Conrad, Katharina, Adelheid und Anna von Bodman, Gottfried von Kreyen (Krähen), Heinrich von Blumegg und die Ritter Hans von Bodman und Hans von Schellenberg. Nur der jüngste männliche Namensträger des Geschlechts, der einjährige Johannes von Bodman, überlebte die Katastrophe, indem die Amme das Kind in einen großen Kessel steckte und diesen samt Kind aus dem Fenster warf. Der Kessel stürzte die Felsen hinab, wurde von den Büschen gebremst und blieb schließlich hängen. Der Fundort ist heute durch einen kleinen Obelisken gekennzeichnet.

Nach dem Brand errichtete der Großvater des Geretteten am Ort der vollständig zerstörten Burg Frauenberg eine Kapelle mit Priesterhaus und schenkte diese um das Jahr 1308/09 dem Zisterzienserkloster Salem für die Errettung des Stammhalters. Das Kloster baute die abgebrannte Burg zum Kloster Frauenberg aus. Im Jahre 1515 fanden Baumaßnahmen und eine Neukonsekrierung statt; in den Jahren 1610/11 wurde das Gebäude schließlich erneut umgebaut. Im Zuge der Säkularisation  gelangte das Kloster 1806 in den Besitz der gräflichen Familie zurück.

Heute befindet sich die Burg im Privatbesitz und wird von der katholischen Glaubensgemeinschaft „Agnus Dei“ bewohnt. Trotz der Nutzung durch die Gemeinschaft ist die alte Burgkapelle tagsüber meist zugänglich und kann besichtigt werden, wenn man nach der Eingangstreppe hoch in ersten Stock und entlang des Flures geht. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen Marienfiguren und eine Pieta aus dem 15. Jahrhundert.

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