Über mich

Leben mit Behinderung & Schlaganfall – Gemeinsam stark

Mein Name ist Nadine. Ich bin Baujahr 1966, gebürtige Luxemburgerin und lebe mit meinem deutschen Mann Alex und unseren beiden Söhnen Christoph (25) und Kevin (19) am schönen Bodensee.

Meine Geschichte begann am 25. August 2023 mit einem Fahrradunfall.

Dabei erlitt ich einen beidseitigen Bruch des Sprunggelenks am rechten Bein. Es folgte eine schwierige und lange Genesungszeit. Zuerst saß ich im Rollstuhl, danach kämpfte ich mich mit dem Rollator Schritt für Schritt zurück. Irgendwann schaffte ich es wieder, ohne Hilfsmittel zu laufen.

Ich dachte, ich hätte es geschafft. Ich dachte, das Schlimmste liegt hinter mir.

Doch im Juli 2025 ging plötzlich alles den Bach runter.

Mein erster Schlaganfall kam. Zum Glück verlief er glimpflich. Aber auch dort musste ich kämpfen. Ich kämpfte mich zurück und versuchte, mein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Ich ahnte damals nicht, dass nur wenige Monate später die nächste schwere Prüfung auf mich warten würde.

November 2025 – der zweite Schlaganfall

Im November 2025 kam mein zweiter Schlaganfall.

Dieser war wesentlich krasser und schwerer als der erste. Und als wäre das noch nicht genug, bekam ich im Dezember 2025 eine schwere Sepsis.

Es hatte mich voll erwischt.

Mein Körper war irgendwann so geschwächt, dass ich nur noch 42 Kilogramm wog – vorher waren es knapp 60 Kilogramm. Am Ende landete ich wieder im Rollstuhl.

Es war eine bittere Zeit.

Eine Zeit, in der sich mein Leben grundlegend veränderte.

Ich wollte Weihnachten zu Hause feiern

Irgendwann hatte ich genug vom Krankenhaus. Ich wollte nach Hause.

Also entließ ich mich selbst aus dem Krankenhaus.

Ich wollte Weihnachten zu Hause feiern – und genau das tat ich auch.

Da kam wieder mein Dickkopf durch. Vielleicht liegt es tatsächlich daran, dass ich laut Horoskop ein Stier bin. 😉 Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, dann ziehe ich es auch durch.

Leicht war es allerdings überhaupt nicht.

Im Gegenteil.

Ich musste gegen Schmerzen, Schwäche, den Rollstuhl und viele neue Herausforderungen kämpfen. Vieles, was früher selbstverständlich war, war plötzlich nicht mehr selbstverständlich.

Und plötzlich war nichts mehr so, wie es einmal war.

Ein neues Leben – und viele neue Hürden

Am 29. Dezember 2025 hatten wir einen sehr netten Herrn vom MDK bei uns zu Hause. Bei der Begutachtung kam Pflegegrad 3 heraus.

Mein Grad der Behinderung wurde vor Kurzem mit 50% festgestellt.

Während man auf solche Dinge wartet, muss das Leben trotzdem weitergehen.

Die vielen Arzttermine sind mit einem Rollstuhl schon Herausforderung genug. Was für andere ein ganz normaler Weg zum Arzt, in ein Geschäft oder über einen Bürgersteig ist, kann für mich zu einem echten Hindernis werden.

Bordsteine, fehlende Absenkungen, Stufen, enge Eingänge oder Geschäfte, die mit dem Rollstuhl kaum oder gar nicht zu bewältigen sind.

Man merkt erst, wie viele Barrieren es gibt, wenn man selbst darauf angewiesen ist, dass eine Umgebung barrierefrei funktioniert.

Und dann sind da noch die Dinge, die man von außen nicht sieht.

Die Schmerzen.

Die Psyche.

Die Depressionen.

Sehr viel Gehirnmasse ging verloren.

Ich weiß meinen Namen, mein Geburtsdatum, ich weiß, wer meine Eltern sind, wer mein Mann und meine Söhne sind. Das alles ist noch da.

Aber vieles andere ist einfach weg.

Oft finde ich die einfachsten Wörter nicht mehr. Ich weiß, was ich sagen möchte, aber das Wort will einfach nicht kommen. Es ist irgendwo in meinem Kopf – nur ich komme nicht daran.

Und ändern kann ich es nicht.

Mein Kopf, er will einfach nicht.

Ich vergesse Sachen, die mir erklärt wurden, manchmal schneller, als ich sie überhaupt verstanden hatte.

Das ist frustrierend. Es macht mich traurig und manchmal auch wütend. Denn ich weiß noch, wie ich einmal war. Ich weiß, was ich konnte.

Und dann steht man plötzlich da und merkt: Es funktioniert nicht mehr so, wie es früher funktioniert hat.

Das zu akzeptieren, ist ein täglicher Kampf.

Schmerz, Psyche, Depression und Glück liegen manchmal verdammt nah beieinander.

Ein guter Tag kann plötzlich wieder von Schmerzen überschattet werden. Ein kleiner Fortschritt kann unglaublich glücklich machen. Und manchmal ist schon das Aufstehen und Weitermachen eine Leistung.

Aber genau darüber möchte ich hier schreiben.

Nicht nur über das, was man im Rollstuhl sieht, sondern auch über das, was in meinem Kopf und in meiner Seele passiert.

Denn eine Behinderung ist nicht immer sichtbar.

Manches sieht man nicht.

Manches trägt man einfach mit sich herum.

Danke

Und ich weiß, dass ich dabei nicht alleine bin.

Ich danke meinem Mann Alex und unseren Söhnen von Herzen. ❤️

Sie sind für mich da, wenn ich sie wirklich brauche. Sie helfen mir, geben mir Halt und sind einfach da – auch dann, wenn es mir nicht gut geht.

Dafür kann ich gar nicht oft genug Danke sagen.

Meine Familie ist ein wichtiger Teil meines Weges. Ohne sie wäre vieles noch schwerer.

Warum es diesen Blog gibt

Genau deshalb gibt es diesen Blog.

Ich möchte über mein Leben mit Behinderung und Schlaganfall schreiben. Über die guten Tage und die schlechten. Über Fortschritte und Rückschläge, über Schmerzen, Ängste, Frust und Depressionen – aber genauso über Hoffnung, Humor, kleine Erfolge und die schönen Momente im Leben.

Ich möchte nichts beschönigen.

Denn das Leben mit einer Behinderung ist nicht immer schön, nicht immer einfach und schon gar nicht immer planbar.

Aber ich habe gelernt:

Aufgeben ist keine Option.

Vielleicht kann meine Geschichte anderen Menschen Mut machen. Vielleicht findet sich jemand in meinen Erfahrungen wieder. Und vielleicht hilft es dem einen oder anderen zu wissen:

Du bist nicht allein.

Ich kämpfe weiter.

Jeden Tag. Schritt für Schritt.

Leben mit Behinderung & Schlaganfall – Gemeinsam stark ❤️

Denn manchmal ist der Weg verdammt schwer.

Aber wir gehen ihn gemeinsam.